Ich erinnere mich an die Tage, als ich in einer alten Gasse von Jaipur aufwuchs. Es war Anfang der 1990er Jahre. Die Eltern meiner Freunde waren stolz, wenn sie Englisch sprachen. Wir litten unter dem sogenannten „Lord-Sahib-Syndrom“, jenem kolonialen Schatten, in dem wir Inder uns besser fühlten, wenn wir die britischen Herrschaften nachahmten. Ein Kind lernte in der Schule Englisch, schämte sich aber, Holi zu spielen, weil „moderne“ Kinder kein Holi feierten.
Heute, im Jahr 2025, wenn ich auf Indien blicke, scheint die Sonne dieses Landes erneut aufzugehen. Ein neues Indien, das stolz auf seine Kultur, seine Zivilisation und seine Werte ist.
Das ist unsere Geschichte, die Geschichte eines gewöhnlichen Inders, der Zeuge dieses Aufstiegs ist. Erinnern wir uns: Als wir von „Brand India“ sprachen, war es ein Marketing-Etikett – Indien wurde als Software-Hub oder als Quelle billiger Arbeitskräfte verkauft. Doch heute? Heute ist es Bharat Uday – ein selbstbewusstes, selbständiges und aufstrebendes Land.
Unsere Kultur ist nicht länger nur in Museen eingesperrt, sondern lebendig – wie das Kumbh-Mela, das in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde, oder der Garba in Gujarat und die Durga-Puja in Kolkata.
Unsere Zivilisation wird nicht mehr „angeeignet“, sondern wiederbelebt – von „Mother India“ bis „Mother of Democracy“. Dieser Aufstieg ist auch eine Geschichte der Befreiung vom kolonialen „Lord-Sahib-Syndrom“. Erinnern Sie sich, wie wir diejenigen, die Englisch sprachen, „Sahib“ nannten? Die „Brown Sahibs“, die den westlichen Lebensstil kopierten, bleiben zurück.
In meinen College-Tagen sagten Freunde: „Nur die Schüler aus englischsprachigen Schulen sind smart.“ Doch heute? Content-Creators in Hindi und Regionalsprachen haben Millionen Follower. Ich sehe Kinder, die wieder Sanskrit lernen.
Stellen Sie sich einen „Brown Sahib“ vor, der früher in kolonialem Nachhall lebte und jetzt Swadeshi-Produkte kauft – ein Symbol für „Made in India“. Das ist Befreiung – wir kehren zu unseren Wurzeln zurück, nicht in den Schatten der britischen Herrschaft.
Bharat Uday ist nicht nur ein Wort, es ist eine Revolution. Wirtschaftlich sind wir die am schnellsten wachsende Ökonomie der Welt. 2025 wird ein BIP-Wachstum von 6,4% erwartet, und wir sind auf dem Weg, die drittgrößte Volkswirtschaft zu werden.
Ich habe erlebt, wie während der Covid-Krise 2020 „Digital India“ die Dörfer verbunden hat. Heute ist UPI ein globaler Benchmark, und indische Start-ups haben Millionen Jobs geschaffen.
Stellen Sie sich einen Jungen aus einer Kleinstadt vor, der früher arbeitslos war und heute ein KI-Start-up leitet. Auch unsere militärische Stärke zeigt diesen Aufstieg deutlich: 2025 stehen wir im Global Firepower Index auf Platz 4.
Mein Onkel, ein pensionierter Armeeoffizier, sagt: „Wir sind nicht länger defensiv, wir sind offensiv.“ Stellen Sie sich eine Nation vor, die einst Kolonie war und heute im Indopazifik Friedensstifter ist.
Jeder Inder erkennt nun sein Potenzial. Einst galt Indien als Land der Schlangenbeschwörer, heute klopfen wir an die Tür des Mondes. Laut Pew Research ist Indiens Image in 23 Ländern positiv. Von der Chandrayaan-3-Erfolgsgeschichte bis zur Führungsrolle im KI-Zeitalter – wir können alles.
Jene englischen Akzente und westlichen Siegel, die wir früher mit Überlegenheit gleichsetzten, zerfallen. Es gibt nicht nur einen Maßstab für Größe. Unsere klassische Musik mit ihrer Raga-Tradition, unsere Wissenschaft und Mathematik mit ihrer Logik und Forschung, unsere Sprachen – all das zusammen formt die Moderne.
Ja, es gibt Herausforderungen – aber unsere Debatten haben sich gewandelt: Von „Können wir das schaffen?“ hin zu „Wie machen wir es besser?“. Das ist Bharat Uday – eine Geschichte, die wir gemeinsam schreiben.
Dieses Indien ist nicht nur eine Erzählung in Zahlen. Es ist die Geschichte von Händen, die sich aus der Erde erhoben und bis zum Silizium gelangten. Die Vedaleser und gleichzeitig Programmierer sind, die sowohl Lampen herstellen als auch Satelliten. Ein Land, in dem Kultur und Start-ups, Tempel und Mikrochips, Pflicht und Tat in einem Einklang singen.
— Alok Anand